Eine Beckenbodensenkung entsteht, wenn die Muskulatur und das Bindegewebe im Beckenbereich geschwächt sind und die Beckenorgane nicht mehr ausreichend gestützt werden. Dies kann zu Beschwerden wie einem Druckgefühl, einer veränderten Körperwahrnehmung oder Problemen mit der Blasen und Darmkontrolle führen.
Pessare sind medizinische Hilfsmittel, die bei bestimmten Formen einer Beckenbodensenkung eingesetzt werden können. Sie bieten eine mechanische Unterstützung und können helfen, Beschwerden zu reduzieren, ohne dass sofort ein operativer Eingriff erforderlich ist.
In diesem Artikel erfahren Sie, was Pessare sind, wann ihr Einsatz sinnvoll ist und welche Vorteile diese konservative Behandlungsmethode bietet.
Was ist ein Pessar
Ein Pessar ist ein medizinisches Hilfsmittel, das in die Scheide eingesetzt wird und die Beckenorgane unterstützt. Es besteht häufig aus flexiblem medizinischem Material und wird in verschiedenen Formen und Größen angeboten.
Pessare können dabei helfen, abgesenkte Organe zu stützen und die Belastung auf den Beckenboden zu verringern.
Zu den häufig verwendeten Formen gehören
Ringpessare.
Würfelpessare.
Schalenpessare.
Spezielle Pessare für bestimmte Senkungsformen.
Die Auswahl erfolgt individuell nach Anatomie, Beschwerden und medizinischer Einschätzung.
Wie wirkt ein Pessar bei Beckenbodensenkung
Ein Pessar unterstützt die Strukturen im Beckenbereich, indem es den abgesenkten Organen zusätzlichen Halt gibt.
Die Wirkung kann folgende Bereiche unterstützen
Stabilisierung der Beckenorgane.
Reduzierung des Druckgefühls.
Verbesserung des Komforts im Alltag.
Unterstützung bei körperlicher Aktivität.
Entlastung geschwächter Beckenbodenstrukturen.
Ein Pessar stärkt die Muskulatur jedoch nicht direkt. Es ergänzt andere Maßnahmen wie Beckenbodentraining oder Physiotherapie.
Wann sind Pessare bei einer Beckenbodensenkung sinnvoll
Der Einsatz eines Pessars kann in verschiedenen Situationen sinnvoll sein.
Bei leichten bis mittleren Senkungsbeschwerden
Pessare können besonders hilfreich sein, wenn eine Senkung Beschwerden verursacht, aber keine sofortige Operation notwendig ist.
Sie können den Alltag erleichtern und die Beschwerden reduzieren. Erfahren Sie mehr über die Therapie bei Beckenorganprolaps und passende Hilfsmittel zur Unterstützung.
Während einer konservativen Behandlung
Pessare werden häufig als Teil einer konservativen Therapie eingesetzt.
Sie können mit folgenden Maßnahmen kombiniert werden
Beckenbodentraining.
Physiotherapie.
Lebensstilanpassungen.
Muskeltraining mit geeigneten Hilfsmitteln.
Bei körperlicher Belastung
Manche Betroffene erleben Beschwerden besonders beim Stehen, Gehen oder Sport.
Ein angepasstes Pessar kann zusätzliche Unterstützung bieten und mehr Sicherheit bei Aktivitäten ermöglichen.
Nach der Geburt
Nach Schwangerschaft und Geburt kann der Beckenboden geschwächt sein.
In bestimmten Fällen können Pessare vorübergehend eingesetzt werden, um die Beckenorgane während der Rückbildungsphase zu unterstützen.
Die Entscheidung sollte individuell getroffen werden.
Bei Vermeidung oder Verzögerung einer Operation
Für manche Frauen ist ein Pessar eine Möglichkeit, Beschwerden zu kontrollieren und eine Operation zu vermeiden oder hinauszuzögern.
Ob dies sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation ab.
Vorteile von Pessaren bei Beckenbodensenkung
Pessare bieten verschiedene Vorteile.
Sie sind eine nicht operative Behandlungsmöglichkeit.
Sie können schnell eingesetzt werden.
Sie können Beschwerden im Alltag reduzieren.
Sie ermöglichen eine individuelle Anpassung.
Sie können mit anderen Therapien kombiniert werden.
Sie bieten eine flexible Lösung für unterschiedliche Lebenssituationen.
Schritte zur richtigen Anwendung eines Pessars
Schritt 1 Medizinische Beratung durchführen
Vor der Anwendung sollte eine fachliche Untersuchung erfolgen.
Dabei wird festgestellt
Welche Art der Senkung vorliegt.
Welche Größe geeignet ist.
Welche Pessarform am besten passt.
Eine professionelle Anpassung erhöht den Komfort und die Wirksamkeit.
Schritt 2 Passende Größe und Form auswählen
Pessare gibt es in verschiedenen Varianten.
Das passende Modell hängt von den anatomischen Voraussetzungen und den Beschwerden ab.
Ein richtig angepasstes Pessar sollte
Sicher sitzen.
Keine Schmerzen verursachen.
Nicht störend empfunden werden.
Den Alltag unterstützen.
Schritt 3 Einsetzen und Umgang lernen
Viele Anwenderinnen lernen, das Pessar selbst einzusetzen und zu entfernen.
Wichtige Punkte sind
Hygienische Anwendung.
Regelmäßige Reinigung.
Kontrolle der Verträglichkeit.
Einhaltung medizinischer Empfehlungen.
Schritt 4 Regelmäßige Kontrolle durchführen
Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um sicherzustellen, dass das Pessar weiterhin gut passt.
Dabei können mögliche Veränderungen frühzeitig erkannt werden.
Pessare und Beckenbodentraining kombinieren
Ein Pessar ersetzt kein Training der Muskulatur.
Die Kombination mit Beckenbodentraining kann sinnvoll sein, da beide Methoden unterschiedliche Ziele verfolgen.
Das Pessar bietet Unterstützung.
Das Training stärkt die Muskulatur.
Gemeinsam können beide Maßnahmen die Beckenbodengesundheit fördern.
Mögliche Herausforderungen bei der Anwendung
Obwohl Pessare vielen Frauen helfen können, gibt es einige Punkte zu beachten.
Mögliche Herausforderungen
Unpassende Größe kann Beschwerden verursachen.
Regelmäßige Pflege ist notwendig.
Kontrollen sollten eingehalten werden.
Bei Schmerzen oder Problemen sollte fachlicher Rat eingeholt werden.
Eine gute Anpassung ist entscheidend für den Erfolg.
Für wen sind Pessare geeignet
Pessare können für viele Frauen mit Beckenbodensenkung geeignet sein.
Besonders hilfreich können sie sein bei
Leichten bis mittleren Senkungen.
Beschwerden bei Bewegung.
Wunsch nach einer konservativen Behandlung.
Unterstützung während der Rückbildung.
Individuelle Voraussetzungen sollten immer berücksichtigt werden.
Wann sollte man auf ein Pessar verzichten oder ärztlichen Rat einholen
Eine fachliche Beratung ist wichtig bei
Starken Schmerzen.
Unklaren Beschwerden.
Entzündungen im Intimbereich.
Problemen mit der Anwendung.
Veränderungen der Beschwerden.
Die richtige Anwendung trägt wesentlich zur Sicherheit bei.
Fazit
Pessare bei Beckenbodensenkung sind eine bewährte konservative Möglichkeit, um abgesenkte Beckenorgane zu unterstützen und Beschwerden zu lindern. Sie können besonders dann sinnvoll sein, wenn eine Operation vermieden oder hinausgezögert werden soll.
Die beste Wirkung erzielen Pessare durch eine individuelle Anpassung und eine regelmäßige Kontrolle. In Kombination mit Beckenbodentraining und weiteren Maßnahmen können sie dazu beitragen, die Lebensqualität zu verbessern und den Alltag wieder angenehmer zu gestalten.
Die Entscheidung für ein Pessar sollte immer gemeinsam mit medizinischem Fachpersonal getroffen werden, damit die passende Lösung für die persönliche Situation gefunden wird.

